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Infoveranstaltung "Medien­pädagogik" bot mehr als Infos Birkenbachschule Kirchardt stellt klar: Wir lassen unsere Kinder nicht alleine im Dschungel!

Manche Info­veran­staltungen besucht man - und weiß schon im Voraus, was die Quint­essenz des Abends sein wird. So ging es vermut­lich den meisten der unge­fähr 60 Eltern, die vergan­genen Monat in der Aula der Birken­bach­schule Kirchardt saßen und dem Vor­trag von Frau Oster­tag zum Thema "Medien­präven­tion" lauschten. Die Quint­essenz des Abends war von vorn­herein bekannt: Das Internet ist zu groß und zu komplex, um als rechts­siche­rer Raum gelten zu können - im Netz gibt es nichts, was es nicht gibt - und es ist eben­so ignorant wie unverant­wort­lich, kleine Kinder per Smart­phone, Tablet und Compu­ter diesem Inter­net allein und nur sich selbst verant­wort­lich zum Fraß vorzu­werfen.

Alles bekannt, nichts davon die große Neuig­keit... Okay, von Kinder­schreck Momo, dem toten Inter­net­mädchen, hatten noch nicht alle Anwesen­den gehört, erst recht waren nicht allen alle per­versen Horror­details bekannt. Und auch die nahezu krimi­nelle, zumindest aber psycho­dy­namische Kon­zeption des Online-Spiels Fort­nite erschreckte den ein oder anderen noch mit ihrer bislang vielleicht noch unbekann­ten Dimension an Manipulations­potential. Aber über­raschend sind solche neuen Internet-Aus­wüchse doch für nieman­den mehr: Es gibt im Netz nichts, was es nicht gibt - und es wird immer skurriler, ver­rückter und extremer!

Warum hatte also die BBS Kirchardt in persona von Kollege Lazarus keine Mühen gescheut, um Frau Sabine Ostertag, staatliche Präventions­beauftragte eigent­lich nur für den Bereich Ludwigs­burg, nach Kirch­ardt zu bekommen? Johannes Lazarus bezieht da glas­klar Stellung, wenn er davon spricht, dass kaum ein erziehe­risches Problem und Risiko für unsere Kinder bekann­ter sei, dass kaum eine päda­gogische Pflicht und Verant­wortung unbestrittener sei - und dass es trotzdem in keinem Feld der Erziehungs­praxis und des pädago­gischen Alltags mehr Inkonse­quenz und Unsicher­heiten gäbe als in diesem Bereich der Medien­pädago­gik, und zwar auf Seiten aller Verant­wort­lichen, Eltern wie auch Lehrern. Und tat­sächlich...Wir alle wissen um die Gefahren im Netz und wir alle statten trotzdem schon unsere kleinen Grund­schulkinder mit Smart­phones oder anders­artigem Internet­zugang aus - und dies häufig, ohne eine adäquate Begleitung der Kleinen in diesem Dschungel zu garan­tieren, getreu dem Motto: Verschieben wir das mit dem Internet doch auf morgen! Zu groß, zu komplex, zu anstrengend, zu erschöpft.

Sabine Ostertag ist selbst Mutter, vielleicht ließ sie deshalb jedes Morali­sieren sein und verzichtete auf den erho­benen Zeige­finger. Sie war engagiert, man spürte ihre persönliche Motivation gerade als Mutter. Aber sie blieb dabei immer sachlich und informativ... Das reichte auch völlig aus! Allein die detaillierte Sachinformation, die sie bot, war so aufrüttelnd, dass mehr Motivation der Zuhörer gar nicht möglich gewesen wäre. Alle, die da waren, gingen zwar mit einer altbekannten Quintessenz nach Hause, aber auch mit neuen erschreckenden Details, ein bisschen weniger abgehängt von der aktuellen Entwicklung und vor allem... Mit einer riesengroßen neuen Portion Sensibilität und Motivation für das Thema "Medienpädagogik" . Übrigens: Die BBS bleibt da natürlich am Ball - getreu dem Motto: Die Großen lassen die Kleinen nicht alleine!

Claudia Wanner